Kleine Kögl-Hauschronik

Das "Haus Kögl" 1935
Das "Haus Kögl" 1935

Die 1. Generation: Im Jahre 1931 zogen der gelernte Konditor Carl Kögl (1887 - 1963) und seine Ehefrau Maria Kögl, geb. Huber, (1890 – 1966) von Aichach über die Zwischenstation Kochel (Gasthof Jochberg) nach Schliersee. In Fischhausen am Probstbichl fanden sie ein passendes Hang-Grundstück mit einem grandiosen See- und Bergblick. Unter größten Schwierigkeiten erbauten sie von 1934 bis 1935 ein bescheidenes, kleines Häuserl. Hier am Südende vom Schliersee erfüllte sich für Maria Kögl ihr Lebenstraum, denn schon als junges Mädchen hatte sie bei einer Anstellung als Haushaltshilfe den Schliersee schätzen und lieben gelernt.

 

Die finanzielle Grundlage für das Häuserl war extrem bescheiden. Der Grundstücksbesitzer, der Probstbauer, hatte für die kinderreiche Familie aber ein Herz: "Fangt einfach s´Bauen an und zahlts, wenn ihr a Geld habt´s". Das Schmerzensgeld mit tausend Reichsmark, das der Sohn Karl nach einem unverschuldeten Motorradunfall für einen Beinbruch von seiner Versicherung erhielt, rettete den Baufortschritt.

1937 -  Carl u. Maria Kögl mit Kindern anlässlich Silberner Hochzeit
1937 - Carl u. Maria Kögl mit Kindern anlässlich Silberner Hochzeit

Die "Sommerfrischler" kommen.  

Da von den insgesamt sechs Kindern (Maria, Rosa, Karl, Elfriede, Irmgard und Anneliese) nur mehr die beiden jüngeren Töchter im Hause lebten, reichte der Platz, um auch noch an „Sommerfrischler“ vermieten zu können.  Die Ansprüche waren damals in den Kriegs- und Nachkriegsjahren noch sehr bescheiden.  Zusätzlich trug eine Versicherungs-Agentur und der Handel mit Geflügel und Kaffee zum Unterhalt der Familie in den schwierigen Nachkriegsjahren bei.

Karl und Käthi Kögl 1950
Karl und Käthi Kögl 1950

Die 2. Generation: Sohn Karl Kögl (*1916/+1988) erlernte gleichfalls das Konditorenhandwerk. Nach Rückkehr aus dem Krieg (Gebirgsjäger in Norwegen, Russland, Seealpen/Italien) zog er 1947 zusammen mit seiner Ehefrau Käthi Kögl, geb. Kloiber, (*1921/+1981) und den drei Kindern Karl (*1941), Kurt (*1945) und Inge (*1947) ins Haus. Durch Erweiterung und Umbau konnte im März 1949 das Terrassen-Cafe Kögl am See eröffnet werden. 1964 wurde an das Cafe noch ein kleines Gästehaus angebaut.

Cafe Kögl am See im Jahre 1949
Cafe Kögl am See im Jahre 1949

Karl Kögl war aber nicht nur ein ausgezeichneter Konditor mit vielseitigen handwerklichen Fähigkeiten, er hatte auch großes Gesangstalent  mit einem enormen Stimmumfang.  So war es selbstverständlich, dass sich im Hause schnell ein vielseitiges musikalisches Leben entwickelte.

Karl Kögl war auch viele Jahre Solist beim Schlierseer Alpenchor und begründete mit seinem Sohn Karl B. Kögl und zwei weiteren Sängern den weitbekannten „Schlierseer Viergesang“.

 

Sehr oft zu Gast im Cafe Kögl war der in der Nachbarschaft lebende Gerhard Winkler, der mit seinen Evergreens, wie Caprifischer, Chiantiwein u.v.a. zu den erfolgreichsten Komponisten der Nachkriegszeit zählte. Mit dem Rundfunkplauderer und Texter Fred Rauch wurde hier am „Musikantentisch“ im Cafe Kögl sogar der absolute Wiesn- und Festzelthit, die „Schützenlisl“, konzertreif vollendet.

Eva-Maria und Karl B. Kögl
Eva-Maria und Karl B. Kögl

Die 3. Generation:

Nach umfangreichen Umbau- und Anbaumaßnahmen zogen dann 1978 Karl B. und Eva-Maria Kögl in den Querbau (ehemaliges Gästehaus) ein. Das Ehepaar Kögl führte über 40 Jahre das weit über die Region hinaus bekannte Herrenausstatter-Geschäft Kögl Männermode in der Lautererstraße in Schliersee.

 

Neben der Geschäftsführung war und ist Karl B. Kögl in zahlreichen Ehrenämtern tätig, u. a.: 25 Vorsitzender des Gewerbeverbandes Schliersee, seit 1981 Mitglied im Bezirksvorstand Oberbayern-Ost des Bundes der Selbständigen, 44 Jahre Schriftführer, Geschäftsführer bzw. 1. Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, Gründer der Gesangsgruppe Schlierseer Viergesang und der Musikschule Schliersee, Gründer und Chorleiter des Singkreises Schliersee, Mitbergründer der Alt-Schlierseer-Trachtengruppe, Mitglied des Kompetenzteams des Tourismusverbandes der Alpenregion Tegernsee-Schliersee u. v. m.

Die 3. und 4. Generation

Von lks. Eva-Maria und Karl Kögl mit Kindern Regina (*1978), Sabine (*1966) und Andreas (* 1964)

 

Vier Generationen unter einem Dach!

Zusammen mit der Ur-Großmutter, der Kloiber-Oma (1899 bis 1986), lebten viele Jahre vier (!) Generationen harmonisch unter einem Dach.

 

Sabine Kögl, verh. Gasteiger, führte nach dem Tode Karl Kögl sen. von 1988 bis 2010 den Cafe´-Betrieb.

4. und 5. Generation

von lks. Enkel Nina und Jakob mit Vater Andreas-Karl Kögl (Dipl. Ing.), Oma Eva-M. Kögl (im Ruhestand)l, Enkel Johannes und Pius mit Mutter Regina Kern, geb. Kögl (Landschafts- und Gartenbau Kern, Bad Aibling).

 

Nicht auf dem Bild Enkel Sophie und Klausi Gasteiger mit Mutter Sabine Gasteiger, geb. Kögl.

Und noch neu dazugekommen - das 7. Enkelkind Dionys Kern.

 

Ende einer gastronomischen Tradition?

 

Am 1. November 2010 wurde das Cafe´ nach über 60jähriger Betriebstätigkeit geschlossen. Haus und Aussenanlagen wurden in den Jahren 2011 und 2012 grundlegend und liebevoll renoviert und der exklusiven Lage des Hauses zeitgemäß angeglichen.

 

Ausführung Landschafts- und Gartenbau Kern.